Franjevački samostan Zaostrog

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Geschichte

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Erstmalige urkundliche Erwähnung findet Zaostrog im Jahr 1494, doch sein Bestehen reicht weiter in die Geschichte zurück, denn Ostrog (oder Ostrok, Altkirchenslawisch für ''Umwallung, Festung'') war eine neretvanische Festung aus dem 10. Jahrhundert, deren Überreste auch heute noch auf dem Berg Viter über Zaostrog stehen. Ostrog war eine der vier Festungsstädte des damaligen Paganien, wie die in die christliche Gemeinschaft aufgenommenen Kroaten das Fürstentum Neretva nannten (Die Neretvaner haben sich recht spät zum katholischen Glauben bekannt). Und Paganien hieß eigentlich Maronia (lat. Meeresland, Küstenland), wo man heidnische Götter verehrte, wie etwa Perkuno (den altslawischen Gott des Donners, Blitzes und Regens), was auch der wahrscheinlichste Grund ist, weswegen die Einwohner Zaostrogs später St. Barbara als Schutzherrin des Ortes wählten (die Schutzheilige vor Blitz und Donner, im Volksmund auch Heilige Bara genannt). Deswegen stehen im Alten Dorf neben dem heutigen Küstenort Zaostrog auch heute noch zwei Kirchen, beide mit dem Namen St. Barbara. Es gibt noch eine dritte Kirche, doch das ist mehr eine Kapelle – die kleine Wallfahrtskirche St. Rochus aus dem 17. Jahrhundert (Dank für die Rettung vor der Pest). Die ältere ''Barbara'' steht am örtlichen Friedhof; sie wurde im gotischen Stil gebaut und datiert aus dem 15. Jahrhundert. Die zweite wurde etwas später errichtet, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der sogenannten ''Goldenen Zeit'' Zaostrogs (falls es überhaupt eine Zeit gab, in der es die Einwohner Zaostrogs leicht hatten). Damals wurde auch die größte Einwohnerzahl verzeichnet, über 900 Seelen. Heute kommt Zaostrog gerade einmal auf 350 Einwohner. Armut und die Umsiedlung zu größeren Städten führte zu einer Massenauswanderung der heimischen Bevölkerung.

Die Einwohner Zaostrogs hatten es überwiegend schwer im Leben; in den vielköpfigen Familien arbeitete Jung und Alt, von frühmorgens bis spätabends, denn die karstige und unfruchtbare Erde gab nicht viel her. Zaostrog erlangte jedoch Bekanntheit durch seinen sehr guten Rotwein, der sogar exportiert wurde.

Die heutige Ortschaft Zaostrog entstand eigentlich ganz durch Zufall: Was wir heute sehen, ist das Ergebnis eines Erdbebens aus dem Jahr 1962, als schließlich auch die ältesten Einwohner das Alte Dorf verließen und an die Küste umzogen.

Doch seit der Entstehung der Ortschaft wird ihr Zentrum durch das Franziskanerkloster mit der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria beherrscht, das bereits seit fast 600 Jahren an der selben Stelle steht. Gegründet wurde das Kloster von Augustinern, die nach dem Fall Bosniens 1463 auf die Inseln flüchteten. Im Jahr 1468 kamen die Franziskaner aus der Provinz Bosna Srebrena und bewirtschafteten das Kloster bis zum heutigen Tag. Von der Ankunft der Kroaten aus Bosna Srebrena zeugt auch eine Inschrift in bosnisch-kroatischer Kyrilliza (Bosančica) aus dem 16. Jahrhundert, gleich über dem Eingangstor zur Marienkirche.

Altes Dorf

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Dem Landwirt von Zaostrog, wie auch den übrigen Bewohnern des Küstenlandes, standen durch die Jahrhunderte hindurch und bis in die Gegenwart zwei Erwirtschaftungsquellen zur Verfügung: Landwirtschaft und Viehzucht, und der Fischfang als Nebenquelle. Die wichtigsten Agrarkulturen waren: Weinreben und Olivenbäume, gefolgt von Feigen, Mandeln ("Bajam", in Sanskrit: "Badem"), Sauerkirschen, Dalmatinische Insektenblumen (Buhač).

Im Gebirge wurden Kartoffeln angebaut und Getreide, Weizen und Roggen gesät, aber niemals Mais. Das Roggenstroh wurde für die Dächer der Häuser und Ställe verwendet, das Weizenstroh für Betten und Bettkissen).

Das erste zum Verkauf angebotene Agrarprodukt war ein Wein von hervorragender Qualität, der aus mehreren Sorten heimischer Reben gewonnen wurde: Plavac (Mali und Veliki), Ruža, Zlatarica, Prč, Dragobostina und Lasina. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in Zaostrog Dutzende Waggons Wein produziert, der in größeren Mengen in alle Länder der Welt exportiert wurde, auf großen Segelschiffen (manchmal mit roten Segeln!), die von den Landwirten "Franzosen” "Ćozoten" und "Puljizer" genannt wurden.

Olivenöl wurde in geringeren Mengen produziert, in erster Linie für den Eigenverbrauch (als Gewürzmittel und für die Beleuchtung); ein kleinerer Teil ging in den Verkauf. Die Erde wurde ausschließlich manuell beackert, die Hauptwerkzeuge waren Pickel und Hacke. Die Arbeitszeit reichte vom Morgengrauen bis in die Nacht. Um die Werkzeuge ständig gebrauchbereit zu haben, waren im Dorf bis zum Jahr 1930 zwei Schmiede tätig. Maultiere und Esel halfen den Menschen bei den schwersten Arbeiten.

Zum Mahlen des Getreides waren drei kleine Mühlen in Betrieb: Die Ćorić-Mühle am Fuß des Viter, die Mühle im Dorf bei der Vrba-Quelle und eine dritte ständig gebrauchte Mühle in dem Weiler Kapeć bei dem Grenzstein von Podaca. Fast jedes Haus verfügte über einen Mahlstein für kleinere Mengen.

Der zweite Wirtschaftszweig war die Viehzucht. Die Rede ist von Kleinvieh – Schafe und Ziegen, die meistens "iza stina", also hinter den Hängen des Biokovo-Gebirges, gehalten wurden. Wer im Gebirge über mehr bebaubares Land verfügte, hatte dort auch seine Steinhäuser ("Stanovi") und Ställe, wo die Bauerstöchter die "Brave" (Schafe und Ziegen) hüteten und zur Weide führten. Wer keine Tochter hatte, der suchte sich eine Magd ("Najmenica"), ein Mächen, das gewöhnlich aus der Herzegowina stammte. Diese Mägde bekamen in meiner Jugendzeit (also etwa um 1900, A.d.V.) Unterkunft, Nahrung, Kleidung, Schuhe und 20 bis 30 Forint als Jahresgehalt, und sie wohnten in dem sogenannten "Stan".

Während die Mädchen das Vieh auf den Bergkuppen weideten, erklangen ihre Gesänge von allen Seiten. Wenn am Abend die Schafe und Ziegen eingesperrt und gemolken waren, trafen sich die Mädchen in den Steinhäusern, wobei sich die Gastgeberinnen immer abwechselten. Es wurde gestrickt und gesponnen, und dabei wurden Volkslieder wurden gesungen…

Das Vieh wurde also vom Georgstag (23. April) bis Weihnachten (25. Dezember) in den Bergen gehalten, also den Großteil des Jahres über, und im Winter an der Küste.

Wenn das Wasser bei extremer Dürre versiegte, wurde das Vieh frühmorgens zu den Quellen an der Küste getrieben und dort getränkt. Danach ging es sofort, solange es noch schattig war, zurück in die Berge. Das Wasser wurde gewöhnlich mit einem Balg ("Mijur") aus den angelegten Wasserlöchern geschöpft.

Die Frage, weswegen die Einwohner Zaostrogs St. Barbara als Schutzpatronin auserwählten, ist schwer zu beantworten. Möglicherweise, um vor Blitzen geschützt zu sein, die in der Bergwelt recht häufig vorkamen und für die in den Bergen weilenden Menschen eine große Gefahr darstellten. Möglicherweise nahm St. Barbara die Stelle des Donnergottes Perkuno ein, den man in Tribić zu heidnischen Zeiten lange verehrt hatte.

Durch die ganze Zeit der türkischen, ja sogar der venezianischen Besetzung wurde Zaostrog von einem Franziskaner aus dem Kloster verwaltet. Einem Bericht aus dem Jahr 1708 zufolge kam dieses Amt dem Guardian zu.

In der Geschichte der „alten“ Gemeinde Zaostrog ist das Jahr 1813 von besonderer Bedeutung. In diesem Jahr schlossen die Einwohner Zaostrogs nämlich einen Vertrag mit dem Kloster ab, dass der Kaplan im Dorf wohnhaft sein konnte. Im gleichen Jahr begannen die Frater, systematisch Personenstandsbücher zu führen, beziehungsweise, in diesem Jahr wurde das Pfarramt Zaostrog gegründet.

Die Ortschaft

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Die Ansiedlung Zaostrog dehnte sich über die natürliche und weite Bucht aus, umgeben von den hohen und steilen Hängen des Gebirgsmassivs Biokovo - Rilić. Die Südhänge von Rilić mit dem Gipfel Šapašnik, 920 m, umgeben die Orftschaft und schützen sie von Norden, der Gipfel Viter, 770 m, von Osten und die gemäßigte grüne Anhöhe Plana, 260 m, von Westen. Der weiße Strand der grünen und weiten Bucht von Zaostrog wird vom Wasser des Adriatischen Meeres umspült, das durch die Meerenge Velika Vrata tief in den Kanal der Neretva fließt und bis an Ston heranreicht.

Die kleine Ortschaft im Küstenstreifen von Makarska ist etwa 30 km von der Stadt Makarska entfernt. Der Name setzt sich aus zwei Worten zusammen: aus der Präposition "Za" und dem Substantiv "Ostrog". Ostrog wiederum war eine altneretvanische Stadt, die im 10. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Konstantin Porphyrogennetos als zur Provinz Paganien gehörende Stadt erwähnt wurde. Die Reste aus der Jungsteinzeit, die illyrischen Nekropolen und die antiken Denkmäler zeugen davon, dass das Leben in diesem Raum weit in die Vorgeschichte zurückreicht.

Der bekannte kroatische Volkskundler Stipe Banović (1884-1961), aus Zaostrog gebürtig, hatte bereits 1940 die Entstehung der Bezeichnung Zaostrog eingehend und klar erklärt. Banović stellte fest, dass bei Ostrog eine militärische Unterkunft in der kleinen Bucht am Fuß des Berges Viter (770 m) bestanden hatte, die von der dortigen Bevölkerung auch heute noch als Ostrog bezeichnet wird. (Ostrog ist ein altslawisches Wort, das Umwallung, Lager, Festung bedeutete.). Nordwestlich von diesem mittelalterlichen Ostrog, unter dem Berg Šapašnik (Kappenähnlich!) wurde eine neue Siedlung gebaut, die bereits vor dem Jahr 1500 in Bezug auf die Ursprungsstadt am Fuß des Viter als Dorf hinter ("iza") Ostrog genannt wurde = Za-Ostrog

Erstmalige Erwähnung in türkischer und kroatischer Sprache findet Zaostrog in der Urteilsschrift des Richters Hamza von Drniš aus dem Jahr 1494. Später wird Zaostrog häufig erwähnt, besonders in türkischen Quellen. Manchmal treffen wir auf die unregelmäßigen Formen Zastrog oder Zastrug, wie in dem oben erwähnten Dokument.

Der bekannte venezianische Kartograph Coronelli vermerkte im Jahr 1687 ebenfalls die Ortsbezeichnung "Za-Ostrogh".

Nach dem 2. Weltkrieg, und besonders nach dem Erdbeben von 1962 zog fast die gesamte Bevölkerung an die Küste, und so heißt nun auch die neue Ortschaft am Meer Zaostrog, obwohl sie, geographisch präziser, Pod-Zaostrog ("Unter-Ostrog"), besser noch, Podostrog, genannt werden sollte. Heute zählt die Orztschaft etwa 350 Einwohner; im Winter sind es etwa 120 (viele ziehen zu ihren Kindern, überwiegend nach Zagreb).